Wochenaufgabe 3: Erinnere dich… (Jürgen Toth)

Erinnere Dich an eine Unterrichtsstunde, aus der du mit einem guten Gefühl gekommen bist und beschreibe in deinem Blog oder in einer eMail an #Openreli zwei Merkmale, an denen Du guten Unterricht festmachst.
In einer 10. Klasse nahmen wir das Thema „Macht und Gewalt“ durch. Es war erstaunlich, wie wenig Motivation die Schülerinnen und Schüler gebraucht haben, um ihr Wissen zu (re)aktivieren. Von verschiedenen Menschenrechten (Recht auf Freiheit, Recht auf Asyl) bis zu biblischen Bezüge (Elija, Jesus), von der weltpolitischen Situation (Syrien, Afghanistan) bis zum Einfluss der Medien (Werbung, Doku-Soaps) wurde (fast) alles als Beispiel angebracht. Da war ich echt überrascht welche Bereitschaft zum Mitmachen einige zu Tage gelegt haben. Zurückgeführt habe ich dies auf das besprochene Thema. Es ist immer aktuell, lebensnah.

Erinnere Dich noch einmal an die Unterrichtsstunde und prüfe, ob diese Grundstrukturen Hilbert Meyers darin zu finden sind.
Zur vorher beschriebenen Stundenreihe: Ja, der „Wille zur Zusammenarbeit von Schülern und Lehrern“ (Punkt Nr. 3 in der Aufzählung von Hilbert Meyers Grundstrukturen im Artikel von Andreas Ziemer) war da, denn es ging um „sinnstiftende Orientierung“ (4). Und mir als RL „tat es auch gut“ (6).

Kommentiere Hilbert Meyers Arbeitsdefinitionen zu gutem Unterricht.
Wenn ich an eine meiner jetzigen 7. Klassen denke, dann trifft kein einziger Punkt der von Hilbert Meyer definierten Strukturen zum guten Unterricht zu! Meistens schiebt man es auf das Alter und auf das pubertierende Verhalten der Schülerinnen und Schüler. Zuletzt fand ich aber, dass es eher das Thema war. Wir besprachen die Seligpreisungen. Mir war vorher schon bewusst, dass die biblische Formulierung auf wenig Verständnis stoßen wird, darum hatte ich viele Zeitschriften mit aktuellem Bildmaterial mitgebracht. Die Schülerinnen und Schüler hatten ihren Spaß beim Herumschnipseln, aber ob es ein guter Unterricht war, bleibt zu bezweifeln.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Auch ich habe mal Klasse 7 bis 9 schnipseln lassen, allerdings am PC in Powerpoint und (da ja nur für uns persönlich) gänzlich unter Missachtung aller Bildurheberrechte wunderschöne Präsentationen bekommen. Eine davon haben wir an der Schuljahresabschlussfeier (bei uns für gesamte GHS mit religiösen Impulsen) eingebaut. Fand ich damals sehr schön und spannend, wie die Schüler da ran sind um die Inhalte mit Bildern zu unterfüttern.

  2. Hallo Jürgen,
    vielen Dank für Deine Beispiele und die Analyse! Auch ich habe mir vorgenommen in der nächsten Zeit immer öfter mal nach einer Stunde, den Verlauf noch einmal mit den Kriterien durchzugehen. Doch “machen” wir den Unterricht zum Glück nicht alleine. Auch die Schüler/innen entscheiden, ob und wie sie sich einbringen. Themen wie “Gerechtigkeit” oder “Gewalt” sprechen nach meiner Erfahrung oftmals Schüler/innen an. Die “Seligpreisungen” in einer 7-ten Klasse sind dagegen eine richtig große Herausforderung. Ich würde es toll finden, wenn Du den Entwurf zu den Seligpreisungen im praktischen Teil unseres Seminars zur Diskussion stellen würdest. Dann könnten wir alle gemeinsam überlegen, wie wir vielleicht kompetenzorientierte Elemente integrieren können.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.