Wochenaufgabe 5-7: Hand anlegen… (Michael Beisel)

Im Lerntandem-Austausch mit Gabriele Lindner ist mir klargeworden, dass Materialentwürfe zu kompetenzorientiertem Unterricht noch näher an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler dran sein müssen. Obwohl das bei meinem Job, ein seit sechshundert Jahren vergangenes Geschehen zum Lernereignis zu machen, ziemlich schwierig ist – ich habe jetzt die (1.) Anforderungssituation auch im Blick auf Christian Günthers Einwand (sein Kommentar zum Blogbeitrag auf RPI Baden) um ein paar Alternativen erweitert (S.2-5 dort). Neu ist auch der (2.) Advance Organizer, den ich sowohl als ppt zur animiert entfaltenden Demo-Vorschau im Plenum der Klasse wie auch als PDF zum Austeilen als beschriftbares Arbeitsblatt anbiete – hier ganz nach unten rollen: http://rpibaden.blogs.rpi-virtuell.net. Ich freue mich auf Kommentare und hilfreiche Hinweise…

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank, liebe Marion, für Deine hilfreichen und ermutigenden Anregungen ! Und den Mut brauche ich in der Tat, weil das Thema ja nicht gerade religionspäd. “trendy” ist. Ich werde Deine Ideen auch an den Konzilsbeauftragten unserer Landeskirche (http://www.konstanzer-kirchen-konzil.de) weitergeben. Vielleicht gibt es in den nächsten vier Jahren (bis 2018 sollen die Konzilsfeierlichkeiten gehen) ja wirklich eine Jan-Hus-Schule in Konstanz, wer weiß ?

    • Boah, wir werden noch alle berühmt… ;-) Ist ja spannend!
      Ich hoffe, das stachelt meine innere Ideenfontäne nicht noch mehr an – eigentlich “soll” ich doch über Weihnachten nachdenken…
      Schöne Grüße – und weiterhin: Nur Mut!
      Marion
      PS: Musst Du Dich aufgrund irgendwelcher Vorgaben an den EPA-Kompetenzen orientieren? Wenn nicht: “Meinem” Lehrplan (Rheinland-Pfälzer Lernbausteinelehrplan für die BBS) liegt das Kompetenzmodell aus dem Comenius-Institut (CI) zugrunde. Das bietet Dir z. B. folgende Möglichkeiten zu Leitkompetenzen:
      Über das Selbstverständnis der Bezugsreligion (Leitmotive sowie Schlüsselszenen der Geschichte) Auskunft geben (CI 5) … und…
      Religiöse Grundideen (zum Beispiel Menschenwürde, Nächstenliebe, Gerechtigkeit) erläutern und als Grundwerte in gesellschaftlichen Konflikten zur Geltung bringen (CI 11).
      Dazu würde mir an Deiner Stelle vermutlich mehr einfallen als zu den (mir persönlich zu abstrakten) EPAs:
      War das damals eine “Schlüsselszene der Geschichte”? – Wenn wir diese Szenen (z. B. die 25 oder 50 wichtigsten…) sammeln würden, was müsste hinein, nach welchen Kriterien ausgewählt, und passen die hier?
      Welche Grundidee steckt hinter der Geschichte um Jan Hus, wofür steht er, und für welche Konflikte ist diese Idee heute noch/wieder relevant?
      Für welche “Demo” können wir die anstehenden Feierlichkeiten vielleicht nutzen, um in diesem Kontext etwas zur Geltung zu bringen, das uns aktuell persönlich/als Gruppe wichtig ist (wobei der Zusammenhang natürlich expliziert werden muss)? etc.
      Und schon isses passiert – ich denke über Kirchengeschichte nach ;-) – weil ich sooo neugierig darauf bin, was kompetenzorientiert geht und was nicht und wie sich alte Gewohnheiten verändern … und ich bin gespannt, ob Dir davon was anschlussfähig scheint.
      Jetzt aber Schluss, schließlich bin ich gar nicht in Deinem Tandem!
      Gruß,
      Marion

  2. Hallo Michael,

    seit ich das erste Mal von Deinem Vorhaben gehört habe, überlege ich immer mal wieder, wie Kirchengeschichte und “lebensnahe Anforderungssituationen” zusammengehen könnten… knifflig, wirklich, aber auch spannend. Wäre ja unglaublich schade, wenn man mit den vielen schönen Materialien nix mehr machen könnte, bloß weil SchülerInnen oft der historische Horizont nicht unmittelbar zugänglich ist und sie von sich aus nicht danach fragen.
    Deine alternativen “Situationen” machen ja Szenarien auf – dazu ist mir gerade noch eins (bzw. zwei mit ähnlicher Spielidee) eingefallen:
    Wie wäre es mit “Die Straße, in der Du wohnst, soll umbenannt werden. Zur Wahl steht unter anderem der Name “Jan – Hus- Straße”. Der Bürgermeister lädt die Anwohner ein, über die Umbenennenung mitzudiskutieren. Du nimmst an der Diskussionsrunde teil.”?
    (Wenn es schon eine Jan-Hus-Straße gibt: Die soll umbenannt werden, weil den Menschen doch eh keiner mehr kennt…)
    … alternativ: “Sollte unsere Schule in “Jan-Hus-Schule” umbenannt werden?”.
    Völlig cool wäre natürlich, wenn man daraus ein echtes Szenario machen könnte, also wirklich irgendwas Großes/Nahes umbenennen (oder auch nicht) ;-)
    Ich würde erwarten, dass dies einerseits Interesse an den Hintergründen weckt (ich muss ja erst mal wissen, wer das eigentlich war – dafür braucht es Deine ganzen Materialien), andererseits aber auch zur Frage führt, was an dem Menschen heute noch interessant, vielleicht vorbildlich, jedenfalls erinnernswert sein könnte.
    Für mehr Zündstoff: “Boris-Becker-Str.” als Alternativvorschlag, hihi…
    Knifflig bleibt es.
    Genug gesponnen – meine AG brütet über Weihnachts-Unterricht, da will ich mitbrüten.
    Schöne Grüße,
    Marion

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.